ChorWerk Ruhr - Stabat Mater

Sonntag, 19.02.2017
17.00 Uhr

Platz des europäischen Versprechens 1, 44787 Bochum / Tel.: +49 (0) 23 4 / 962 904 19
Chor­Werk Ruhr in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Mich­a­lak

CHORWERK RUHR gilt als ein Aushängeschild des Ruhrgebiets, den Chor verbindet eine lange Geschichte mit der CHRISTUSKIRCHE BOCHUM: In dieser Zeit ist das Ensemble  -  vor allem dank des Dirigats von FLORIAN HELGATH  -  zum Publikumsliebling der RUHRTRIENNALE gereift, die renommierten Orchester Europas laden es zu gemeinsamen Projekten ein  -  aber immer wieder kehrt Helgath mit seinem Wunderchor in die Christuskirche zurück. Warum? Ihrer Akustik wegen. Der in der Architekturkritik als epochal geltende Bau, 1956/59 von Dieter Oesterlen erdacht, trägt jede einzelne Stimme durch einen Raum, der den Chor wie eine einzige Stimme klingen lässt.  

Eine Stimme, die Musik fühlbar macht. Und zwar gerade die der großen und schweren und aussagestarken Werke. So  das „Stabat Mater“ von DOMENICO SCARLATTI, dem Zeitgenossen Bachs, es gilt als eine der eindrucksvollsten Vertonungen dieses Gedichts aus dem frühen Mittelalter. Und tatsächlich muss man sich, in Zeiten des Terrors, nur einmal einfühlen in die Szene, die der Chor besingt: „Stabat mater dolorosa“ … eine liebende Mutter steht unter dem Kreuz, an dem ihr Sohn verreckt. Lässt sich so etwas überhaupt singen? Und wenn, wie?  

Dem „Stabat Mater“ von Scarlatti, einer dichten polyphonen Komposition, stellt Helgath eine Motette von JOHANN SEBASTIAN BACH zur Seite  -  und beiden Werke wiederum das 2015 uraufgeführte Werk „Steinar (Steine)“ des 37jährigen Komponisten ONDREJ ADAMEK aus Prag. Steine sind verdichteter Klang, verdichtetes Leiden, auch sie erzählen, und das heißt hier: Die 24 Sängerinnen und Sänger werden zu Percussionisten, die neben vertrauten Instrumenten stehen  -  Gitarren, Kontrabass, Pauken  -  und neben solchen, deren Klang in einer Kirche eher unvertraut wirken dürfte   -  Acme Sirene, Boomwhackers, Kazoos, Wha-wah tubes, auch Kieselsteine und Gongs.  

Die Grenzen zwischen Gesang und Geräusch, zwischen Vokalem und Instrumentalem zerfließen. Was die menschliche Stimme an Klangfarben erschaffen kann, Chor und Raum bilden es ab, die ungeahnte Weite des Vokalen.

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